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Lateinamerika in Zeiten der Pandemie

von Achim Wahl

Im Mai 2020 schätzte die Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) in ihrem Bericht „COVID 19 – Spezialbericht – „Die sozialen Herausforderungen in Zeiten von COVID 19“ ein, die Pandemie habe starke Auswirkungen auf die Gesundheit, die soziale Entwicklung und negative Auswirkungen auf das wirtschaftliche Wachstum. Lateinamerika und die Karibik würden ein geringes Wachstum aufweisen. Besonders COVID 19 werde die hohe Ungleichheit und Verletzlichkeit und die Tendenz der Armut und extremen Armut verstärken, die begleitet wird mit einer Schwächung des sozialen Zusammenhalts und der Mobilisierungen der allgemeinen Unzufriedenheit.

Achim Wahl nimmt in diesem Dossier die Staaten in Lateinamerika unter die Lupe. Er stellt die Lage der Gesundheitssysteme in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern dar und untersucht welche Wirkung Covid-19 auf die Wirtschaft und Politik in Argentinien, Bolivien, Brasilien, Ecuador, Peru und Venezuela hat. Der Autor, der Mitglied im AK Lateinamerika der LINKEN ist und von 2002 bis 2004 das Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Brasilien leitete, kommt zum Schluss, dass der Kontinent in jeder Hinsicht in Bewegung ist. 

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Rechtsruck in Lateinamerika

In Lateinamerika dominierten bis vor wenigen Jahren linke Regierungen. Vom Sozialismus des 21. Jahrhunderts war die Rede. Südamerikas Linke galten als Vorbild für Parteien und Bewegungen andernorts.

Vorbei. Fast überall in Lateinamerika herrschen heute rechte bis rechtsradikale Politiker*innen. Mit autoritären Führungsstilen popularisieren sie rechtskonservative Gesellschaftsvorstellungen und ultra-neoliberale Wirtschaftpolitik.

Für unser Dossier erklärt Achim Wahl, was die neue Rechte in Lateinamerika ausmacht und wie sie mit den USA kooperiert. Heinz Bierbaum analysiert die wirtschaftspolitischen Fehler der linken Regierungen ebenso wie die eindimensionale Kritik europäischer Linker daran. Marco Consolo unterstreicht die Ähnlichkeiten der "neuen Rechten" in Lateinamerika mit den Faschisten des 20. Jahrhunderts. Judith Benda erinnert die Leser*innen daran, dass der Rechtsruck und die Lateinamerika-Politik der USA eine reale Gefahr für Kuba darstellen. Und Katharina Tetzlaff am Beispiel Chile, sowie Florienca Puente am Beispiel Argentinien zeigen, wie im Kampf gegen die Rechten neue Hoffnung aufkeimt.

 

 

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Auch im 21. Jahrhundert unverzichtbar: Frauenaktivistinnen

Der weltweite Kampf der Frauen für Gerechtigkeit und eine starke politische Teilhabe ist Jahrhunderte Alt. Sozialistische Politikerinnen, als konsequente und radikale Verfechterinnen der Frauenrechte, waren stets Teil der Avantgarde.

In unserem Dossier stellen wir dazu drei Beispiele vor:

In ihrem Artikel „Frauen allein zu Haus“ schildert Binda Pandey, wie sich Nepalesinnen in einer zutiefst patriarchalen Gesellschaft gegen traditionelle Formen der Unterdrückung wehren und wie kommunistische Nepalesinnen die Gesellschaft hin zu mehr Gerechtigkeit verändern.

Yanina Huzouskaya hingegen beschreibt, wie in Belarus die geschlechterpolitischen Errungenschaften der Sowjetzeit heute von reaktionären Politikern zurückgedrängt werden.

Schließlich berichtet Silla Kakkola aus Finnland vom erfolgreichen Kampf der Frauen, und davon, wie es kam, dass die Regierung ihres Landes heute von vier jungen Frauen geführt wird.

Die sehr unterschiedlichen Erfahrungen dieser Frauenaktivistinnen machen eines deutlich: Nirgendwo auf der Welt des 21. Jahrhuderts ist Geschlechtergerechtigkeit so selbstverständlich, dass das Ringen um sie erledigt ist.

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Italiens Linke – Gespalten wie immer

Italien wählt am Sonntag ein neues Parlament. Die vorgezogene Wahl wurde zunächst als eine neue Chance für Italiens Linke gesehen – bis, nun ja, wieder zwei linke Formationen gegeneinander antraten. Statt Neuanfang könnten diese Wahlen nun das endgültige Aus für die Linke in Italien bedeuten.

Unser Dossier analysiert die aktuelle Lage der italienischen Linken. Auch damit, welche Dynamiken die einst mächtige Italienische Kommunistische Partei (PCI) zerstörte und die Linke in Folge atomisierte.

In seinem Beitrag betrachtet Heinz Bierbaum die aktuelle politische Situation in Italien und die Chancen der Linken bei der Wahl.

Roberto Morea stellt eine der zur Wahl antretenden linken Bündnisse, die „Potere al Popolo“ vor und erklärt, warum ein Zusammengehen mit „Liberi e Eguali“ nicht zustande kam.

Schließlich erklärt ein ehemaliger Führer der italienischen Kommunisten, Gian Mario Cazzaniga, welche Entwicklungen in der mittlerweile aufgelösten Italienischen Kommunistischen Partei zum heutigen Desaster der Linken führten.

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Wichtiger Hinweis: Namentlich gezeichnete Beiträge geben die persönliche Meinung der Autorin bzw. des Autoren wieder.